History of writing

Vor mehr als 50.000 Jahren: Jäger und Sammler beginnen mit sichtbar gemachter Kommunikation zur Informationsvermittlung durch Kratzen von Zeichen mit Fingernägeln oder primitivem Werkzeug in Felswände

Um 3000 v. Chr.: Die Sumerer als Begründer einer der ersten Hochkulturen entwickeln eine Bildschrift. Hierzu ritzen sie Zeichen mit einem dreieckig zugespitzten Griffel abwechselnd von rechts nach links und von links nach rechts in weichen Ton. Es etablieren sich etwa 6000 verschiedene Zeichen. Zu dieser Zeit entsteht auch der einflussreiche Beruf des Schreibers, da nur sehr wenige Menschen diese Zeichen beherrschen.
Die Ägypter entwickeln etwa zur gleichen Zeit die Hieroglyphen. Diese werden mit weich gekauten Binsen auf Papyrus geschrieben. Um den Beruf des Schreibers zu ergreifen ist eine 13-jährige Ausbildung, in der ca. 1000 Zeichen erlernt werden, nötig.

Etwa 2000 v. Chr.: In Anlehnung an die Hieroglyphen der Ägypter erfinden die Phönizier 22 Zeichen eines Konsonantenalphabets, das die bis zu 30 verschiedenen menschliche Laute darstellen kann und überall einsetzbar ist. Diese Erfindung wird zur Mutter aller späteren europäischen Schreibweisen.

1200 – 700 v. Chr.: Die Griechen übernehmen das orientalische Konsonantenalphabet, setzen als Weiterentwicklung Vokale hinzu und schaffen somit aus 24 Buchstaben das erste vollwertige Alphabet. Hieraus entwickeln sich auch die etruskische und die lateinische Schrift.

Ab dem Mittelalter: Aus der etruskischen und lateinischen Schrift entstehen durch Beendigung der fortlaufenden Schrift und Hinzufügung von Interpunktion und Kleinbuchstaben alle bis heute verwendeten Schriftarten.

Die Geschichte des Füllers

Die Geschichte des Füllfederhalters beginnt mit einer interessanten Anekdote, die sich Ende des 19. Jahrhunderts zugetragen haben soll: Im Jahr 1883 entging einem amerikanischen Versicherungsmakler ein wichtiges Geschäft, wegen eines Tintenkleckses, den er beim Unterschreiben auf dem Vertrag hinterließ.

Während er sich auf den Weg machte um eine neue Feder zu besorgen, soll der Geschichte nach ein Dieb den Vertrag entwendet und ihn so um den wichtigen Deal gebracht haben.

Um zu verhindern, dass ihm so etwas noch einmal passiert, begann er in der Werkstatt seines Bruders an einem Schreibgerät mit feinen Kanälen zwischen Feder und Tintenkammer zu tüfteln, das beim Schreiben nicht kleckste; die Geburtsstunde des Füllfederhalters wie wir ihn heute kennen.

Noch im gleichen Jahr meldete er seine Erfindung zum Patent an. Die ersten Exemplare des Schreibgeräts verkaufte er in einem Zigarrenladen in New York – doch vorerst blieb der Erfolg aus. Der Erfinder jedoch war von seinem Schreibgerät überzeugt: er investierte in extensive Werbung, führte und gewann einen Patentprozess um Hartgummi Schreibgeräte und gründete schließlich im Jahr 1888 eine Fabrik in Montreal, die sich auf die Entwicklung und Produktion verschiedener Designs spezialisierte.

Die Geschichte des Kugelschreibers

Um zügig Schreiben zu können, benötigt man eine Tinte wie Druckfarbe – dieser Gedanke kam dem Zeitschriftenredakteur László József Biró Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts, während er den Andruck eines neuen Heftes überwachte.

Da Druckfarbe aber zu zähflüssig für herkömmliche Federhalter ist, begann Biró gemeinsam mit seinem Bruder George zu experimentieren. Es war die Idee einer Kugel, die schließlich zum Ziel führte: Sie entwickelten ein Schreibgerät, das sie mit Tinte füllten und schließlich an seiner empfindlichen Stelle mit einer beweglichen Kugel verschlossen. Beim Schreiben rotierte diese Kugel und übertrug die Tinte auf das Papier.
1938 erhielt Biró das Patent für seinen Kugelschreiber.

Bevor er jedoch das große Geld mit seiner Erfindung verdienen konnte, machte die Weltlage Biró einen Strich durch die Rechnung: Im Jahr 1943 musste der Erfinder vor dem Faschismus nach Argentinien fliehen, wo er auch mit der Herstellung seiner Stifte begann.
Der englische Geschäftsmann Henry George Martin wurde in Buenos Aires auf Birós Erfindung aufmerksam und zeigte sofort großes Interesse. Dank seiner guten Kontakte zur Royal Air Force wusste er, was Kampfpiloten in großer Höhe benötigten: Einen zuverlässigen Stift, der nicht auslief. Martin zögerte nicht lange: er kaufte die Patentrechte und konnte im Jahr 1944 bereits 30.000 Kugelschreiber an die englische Luftwaffe verkaufen.

Der Unternehmer Milton Reynolds ließ die Kugelschreiber in Übersee nachbauen. Das Modell „Reynold’s Rocket“ wurde zum großen Erfolg: ein New Yorker Kaufhaus erwarb binnen kürzester Zeit 100.000 Exemplare. Da jedoch viele nur stockend schrieben, ging Reynolds bald darauf Pleite.

Der französische Baron Marcel Bich beseitigte schließlich die Macken des Kugelschreibers und brachte ihn 1950 als „Bic“ auf den Markt. Dieses Modell entsprach dem Kugelschreiber, wie wir ihn auch heute noch als Erfolgsmodell kennen: Ein Plastikröhrchen für die Tinte innen, eines zum Anfassen außen und vorne die Metallspitze mit Kugel.

Biró, der eigentliche Erfinder des Kugelschreibers, starb im Jahr 1985. Noch heute heißen Kugelschreiber in vielen Ländern der Erde „Biró“.